Soziales Engagement

Unser Soziales Engagement im Irak

KOMMENTAR – Marvin Balletshofer, Gründer/Geschäftsführer ABIcrash

In unserem westlichen Alltag vergisst man vor lauter kleinen Sorgen und Problemen schnell, wie gut es uns geht und wie schlecht es anderen Menschen auf dieser Welt geht. Es erschüttert mich zu sehen, dass noch immer sehr viele Menschen unter existenzieller Armut, Hunger und Vertreibung leiden müssen.

Wie viele andere Jugendliche, die wie ich in einer deutschen mittelständischen Familie aufgewachsen sind, machte ich mir höchstens Sorgen um die Menge meiner Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke – Essen, Sicherheit und weitere Grundbedürfnisse waren so selbstverständlich, dass ich sie nicht hinterfragte oder Wert schätzte. Erst als ich Älter wurde realisierte ich mehr und mehr, dass ich in meinem kleinen Mikrokosmos unglaublich privilegiert bin und entwickelte das Bedürfnis, Menschen, die in weniger sorgenfreien Verhältnissen aufgewachsen sind, zu Helfen.

Als die ersten großen Wellen an Flüchtlingen im Jahr 2014 und 2015 nach Deutschland kamen begann ich ehrenamtlich mit Kurdisch-Jesidischen Familien in meiner Heimatstadt Tübingen zu arbeiten. Das Schicksal dieser Mütter und Kinder (die meisten Väter und älteren Brüder wurden Opfer des IS, des Islamischen Staates) traf mich hart.

Vergewaltigung, Folter, Mord und jegliche Gräueltaten die man sich nur vorstellen konnte wurden mir teilweise von 10-Jährigen Kindern erzählt. Wie kann so etwas im 21 Jahrhundert noch vor sich gehen? Wie ist es möglich, dass sich Menschen aufgrund von Religion, Politik und Machtkämpfen noch immer solchen Schaden zufügen? Wie können andere Staaten hier untätig zusehen? Sollten wir nicht langsam aus der Vergangenheit gelernt haben und unsere Konflikte anders und vor allem friedlich lösen?

Man muss nur ein paar Tage den Nachrichten folgen, um zu realisieren, dass dieser Gedanke leider nicht Jedem einleuchtet. Sogar in Deutschland ist rechtspopulistisches und menschenverachtendes, intolerantes Gedankengut wieder auf erschreckende Weise auf dem Vormarsch.

Aufgrund von Vorurteilen, Perspektivlosigkeit und religiösem Fanatismus tun Menschen anderen Menschen unfassbare Dinge an. Insbesondere im Angesicht weltweiter Krisen wie der globalen Erderwärmung, die ein entschlossenes und vereintes Handeln der gesamten Weltbevölkerung erfordern, macht mich das fassungslos. Die Tatsache, dass die 16-jährige Greta für eine solche Bündelung der Kräfte mehr getan hat, als alle Regierungen vorher, ist unglaublich und dennoch bezeichnend.

Bei ABIcrash bringen wir euch nicht nur sicher durch euer Mathe-Abitur, sondern wir setzen uns auch dafür ein, dass eure zukünftige Welt eine bessere und lebenswertere für alle Ihre Bewohner wird – egal ob weiß, schwarz, blau, muslimisch, christlich, schwul, transsexuell…

Wir wollen nicht einfach eine der vielen wichtigen NGOs, die natürlich tolle Arbeit leisten, unterstützen, sondern uns aktiv um Entwicklungs- und Flüchtlingsprojekte im Nahen Osten kümmern, die uns persönlich am Herz liegen. Wir wollen uns vor Ort darum kümmern, dass unsere Mittel in die richtigen Hände gelangen.

Deshalb bin ich Mitte 2019 für ABIcrash in den Irak geflogen, um mir selbst ein Bild vor Ort zu machen. Begleitet wurde ich von Mitgliedern einer jesidischen Familie aus Tübingen, einem Fotografen und einem Kameramann.

Vor Ort besuchten wir Flüchtlingslager, fuhren durch die zerbombte Stadt Mossul und sprachen mit Einheimischen über die Chancen und Ängste der Menschen vor Ort. Das Ziel ist es, im Sommer 2020 erneut in den Irak zu fliegen und dort gemeinsam mit anderen Organisationen Projekte zu unterstützen die das Leben der Menschen vor Ort langfristig verbessern.“

Wir sind zwar noch ein junges Unternehmen, haben es uns aber dennoch zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren mindestens 10–20% unseres jährlichen Gewinns für soziale Projekte aufzuwenden. Wir wollen nicht nur unser Bildungswesen in Deutschland, sondern auch die Zukunft unserer Gesellschaft aktiv mitgestalten und wirklich etwas bewirken.

Hier findet Ihr Eindrücke von unserer Reise in den Irak sowie die autonome Region Kurdistan im Nordirak.